Was ist eine Dachgenossenschaft?

Unter einer Dachgenossenschaft wird eine Kooperationsform verstanden, die für die Wohninitiativen Aufgaben übernimmt und bündelt; sie bildet somit eine Sekundärebene zur Primärebene der Wohnprojekte und unterstützt diese mit Know-how und Dienstleistungen. In der Folge wird die Betrachtung auf solche Dachgenossenschaften beschränkt, die in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft verfasst sind.

Die meisten Wohnprojekte befinden sich in einem Spannungsfeld: zum einen besteht der Wunsch nach möglichst großer Autonomie, die es ihnen ermöglicht die wohn- und lebensformspezifischen Bedürfnisse in der Bewohnergruppe weitestgehend eigenverantwortlich und vor Ort zu gestalten; zum anderen stoßen die Gruppierungen an Grenzen, sei es hinsichtlich der Finanzierung ihrer Vorhaben oder der laufenden Wirtschaftsverwaltung, die sie mangels Größe nicht effizient oder mangels Kompetenz und Erfahrung möglicherweise auch gar nicht überwinden können.

Gemeinschafts-„Eigentum“ der Genossen:innen

Hier können Dachgenossenschaften eine Träger- und Unterstützungsstruktur für neu entstehende oder existierende Wohnprojekte bieten, die diese auf der einen Seite von bestimmten Aufgaben entlastet, ihnen aber auf der anderen Seite die Möglichkeit gibt, das tägliche Zusammenleben nach individuellen Vorstellungen basisdemokratisch innerhalb der Bewohnergruppe zu gestalten.